Pips, Einheiten und der Geldbetrag hinter einer Bewegung
Rechnen Sie winzige Kursänderungen in Geldbeträge um, ohne Pips, Punkte, Lots und Kontowährung zu verwechseln.

Kleine Dezimalstellen, echtes Engagement
Ein Pip ist eine gebräuchliche Einheit für kleine Veränderungen eines Wechselkurses. Bei vielen Währungspaaren entspricht ein Pip 0,0001, bei vielen Yen-Paaren dagegen 0,01. Manche Plattformen zeigen zusätzlich Zehntelpips an. Die letzte sichtbare Nachkommastelle steht daher nicht zwangsläufig für einen ganzen Pip. Welche Einheit gilt, ergibt sich aus den Kontraktspezifikationen und nicht allein aus der Anzahl der angezeigten Stellen.
Eine Bewegung um zehn Pips sagt nichts über den gefährdeten Geldbetrag aus, solange die Positionsgröße unbekannt ist. Eine große Position kann aus einer scheinbar winzigen Kursbewegung einen erheblichen Gewinn oder Verlust machen. Umgekehrt kann ein dramatisch aussehender Chart bei einer kleinen Position nur eine geringe Geldveränderung bedeuten. Verknüpfen Sie den Chart immer mit Einheiten.
Ein Pip, ein Tick und ein Basispunkt sind unterschiedliche Begriffe. Der Pip folgt einer Notierungskonvention; ein Tick ist der kleinste zulässige Kursschritt des konkreten Kontrakts. Ein Basispunkt entspricht dagegen 0,01 Prozentpunkten. Bei EUR/USD 1,1000 sind 0,0001 Kursänderung ungefähr 0,00909 % des Kurses. Ein Pip ist hier also nicht genau ein Basispunkt Rendite.
Den Wert herleiten statt auswendig lernen
Ist eine lineare Position in Einheiten der Basiswährung angegeben, lässt sich ihr Ergebnis in der Kurswährung berechnen: Anzahl der Einheiten mal Kursänderung. Bei einer EUR/USD-Position über 10.000 Euro entspricht eine Bewegung um 0,0001 genau einem Dollar; bei 2.000 Euro sind es 0,20 Dollar. Ein Pip hat also keinen allgemein gültigen Dollarwert. Sein Geldwert ergibt sich aus dem gehandelten Betrag und der Notierung.
Bei einer hypothetischen USD/JPY-Position über 10.000 Dollar entspricht eine Bewegung von 0,01 Yen einem Ergebnis von 100 Yen. Wird das Konto in Dollar geführt, muss dieser Betrag zum maßgeblichen Wechselkurs und gegebenenfalls gegen eine Gebühr umgerechnet werden. Kurswährung und Kontowährung sind also nicht immer identisch. Deshalb kann sich auch die angezeigte Pip-Bewertung ändern, obwohl die Anzahl der gehandelten Einheiten gleich bleibt.
Lots sind Verpackung, kein Risikobudget
Ob eine Plattform Standard-Lots, Mini-Lots oder frei wählbare Stückelungen anbietet: Entscheidend sind die tatsächlich enthaltenen Einheiten der Basiswährung und die zulässigen Größenschritte. Die Bezeichnung allein reicht nicht. Futures besitzen eigene Kontraktgrößen und Tick-Werte. Wer eine Lot-Konvention aus dem außerbörslichen Devisenhandel ungeprüft auf einen Future überträgt, kann das Risiko erheblich falsch berechnen.
Die kleinste handelbare Größe kann für ein simuliertes Risikobudget zu groß sein. Das ist eine Beschränkung, kein Grund, das Budget zu erhöhen. Halten Sie im Übungsplan die kleinste gültige Order, den Wert eines ungünstigen Kursschritts und das resultierende Engagement fest. Ein Produkt, das die beabsichtigte Position nicht genau abbilden kann, passt nicht zu dieser Übung.
Die Rechnung lässt sich für eine Übung auch umkehren. Bei einem geplanten Verlustbetrag von 30 Dollar und einem Abstand von 25 Pips ergibt sich für EUR/USD vor Kosten eine Größe von 30 ÷ (25 × 0,0001) = 12.000 Euro. Werden drei Dollar für Kosten reserviert, bleiben rechnerisch 10.800 Euro. Zulässige Größenschritte können ein Abrunden erforderlich machen. Eine schlechtere Ausführung kann den geplanten Verlustbetrag trotzdem überschreiten.
Den Weg von der Notierung zum Konto einbeziehen
Für eine vollständige Ergebnisrechnung benötigen Sie Einstiegskurs, Ausstiegskurs, Handelsrichtung, Positionsgröße und Kosten. Eine Short-Position gewinnt vor Kosten bei fallenden Kursen; eine Long-Position verliert dabei. Rechnen Sie nach Möglichkeit mit den tatsächlichen Ausführungskursen. Ist der Geld-Brief-Spread darin bereits enthalten, darf er nicht ein zweites Mal abgezogen werden. Provisionen, Finanzierung und die Umrechnung in die Kontowährung können zusätzlich anfallen.
Setzen Sie den Abstand zum geplanten Stop nicht mit einem garantierten Höchstverlust gleich. Springt der Markt, kann der nächste ausführbare Kurs schlechter sein. Berechnen Sie sowohl das Ergebnis zum Plankurs als auch ein Stressresultat mit zusätzlicher Slippage. Die zweite Rechnung ist keine Prognose, sondern zeigt die Empfindlichkeit des Geldergebnisses gegenüber Ausführungsannahmen.
Die Kontowährung kann eine zusätzliche Umrechnung erfordern. Ein Gewinn von 10.000 Yen entspricht bei USD/JPY 150 ungefähr 66,67 Dollar, bei einem Kurs von 140 dagegen rund 71,43 Dollar. Das Ergebnis in Yen ist identisch; sein Dollarwert ist es nicht. Bei EUR/GBP auf einem Dollarkonto entsteht das Ergebnis zunächst in Pfund und muss anschließend in Dollar umgerechnet werden. Halten Sie dafür Kurs, Zeitpunkt und Gebühren fest.